Bequemlichkeitsverblödung

fĂŒr Alles
Antworten
ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 10.09.2017, 18:09

Hallo Biba,

dass mit den vielen Telefonnummer auswendig können hat sich erledigt.
FrĂŒher hatten die Leute ewig die gleiche Tel. Nummer.
Mit den Handys wechselt man des Öfteren seine Nummer, eben durch Anbieterwechsel usw.
Zumindest ergeht es mir so und einigen anderen in meinem Bekanntenkreis.
Kann ich die Nummer dann auswendig, Nummern im Ausland haben dann 15 Ziffern, haben die den Anbieter gewechselt. Ich fĂŒr meinen Teil schenke mir das auswendig lernen.

Ich nutze auch Google und Wiki. Man kann nun nicht alles wissen.
Dass man auf eine FĂŒlle von Informationen zurĂŒck greifen kann hat doch seine Vorteile.
Habe ich von einigen Dingen keinen Plan, so suche ich mir im YouTube die Anleitung.
Spart enorm Zeit. Hatte gestern erst einen toten USB Stick wieder zum Leben erweckt.
Dank YouTube.
HĂ€tte mir das Wissen sonst mĂŒhsam anlesen und suchen mĂŒssen.
Sollte ich mir dafĂŒr dann noch BĂŒcher kaufen mĂŒssen, wĂ€re es billiger den Stick in den MĂŒll zu schmeißen. So habe ich viel Zeit gespart, kein Buch gekauft, Geld und Umwelt geschont, auch den USB Stick nicht weggeworfen.

Kommt jetzt die Frage fĂŒr was man einen USB Stick braucht.
Ohne Computer und Datentransport brÀuchte man das nicht.
Nur ohne Computer wÀre alles um ein vielfaches teurer, umstÀndlicher usw.
Die moderne Technik hat nicht nur negative Folgen.
Auch das dumme Zeug mit fehlenden Sozialkontakten.
Heute kann man ĂŒber tausende Kilometer Kontakte pflegen. Internet sei Dank.
Neue Kontakte knĂŒpfen, was ohne Internet nie zustande kommen wĂŒrde. Menschen die sich nie begegnen wĂŒrden.
So spare ich mir auch bei Computerhilfen viele Fahrten. In dem ich Teamviewer nutze. Damit kann ich auf einen PC irgendwo auf der Welt arbeiten.
Komme ich mit dem Problem nicht weiter, ziehe ich einen Bekannten zu rate, der 4000 Kilometer weit weg am PC sitzt.
Er kann genauso mit auf den betreffenden PC arbeiten.

Man kann Fotos rund um die Welt schicken, Videos etc. Familienmitglieder life am Geschehen teilnehmen lassen. Ohne Bilder oder Videos via Post, um die halbe Welt schicken zu mĂŒssen.

RaumĂŒberwachung, wenn nötig, kann man von irgendeinem Punkt auf der Welt erledigen.
So verknĂŒpfe ich die „Überwachung“ meiner Mutter, 92 Jahre alt, mit meinen Sozialkontakten.
Wenn ich außer Landes bin, kann ich zu jeder Zeit schauen wie es ihr geht.
Kann online dann, wenn nötig meine Sozialkontakte einbinden, Nachbarn, Freunde oder Familie oder eben den Rettungsdienst.

Also hat alles nicht nur seine Nachteile, es hat auch enorme Vorteile. Man muss die Möglichkeiten nur zu nutzen wissen.
Da hilft dann wieder Google, Wiki und Co. Dort kann man nachlesen.
Mir hilft es im Endeffekt einige Sozialkontakte zu pflegen, was so nicht möglich wÀre, Umwelt zu schonen, Hilfe zu einigen Bereichen zu leisten, ohne lange Wege des Transportes zu haben.
Man kann alles eben von zwei Seiten sehen. Und auch wie man es nutzt liegt an einem jedem selbst.
Das Internet ist wie alle Energie neutral.
Beispiel von einer Bekannten. Sie meinte das Internet ist verdorben.
Sie hatte mit alles Negative gezeigt was dort vorhanden ist.
Nur sie ist nie auf den Trichter gekommen, nach den positiven Seiten zu suchen.
Habe ihr dann gezeigt, was man sonst noch alles finden kann. Im positiven Sinne.
Kommt drauf an wie man etwas nutzt und was man sucht, es ist im Leben mit allen Dingen so.
Suche ich nur das Negative, verliere ich irgendwann den Blick fĂŒr das Positive.

Gruß ramalon

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 10.09.2017, 19:44

Hallo Biba,

muss leider sagen, das ist nicht nur der Jugend vorbehalten.
Die meisten Menschen leben in einer Scheinwelt. Jeder zimmert sich seine eigene.
Da ich mich viel um Ă€ltere Menschen kĂŒmmere, bedingt durch meine Arbeit in den GĂ€rten, muss ich oft feststellen, dass viele recht unwissend sind.
Und es sind nicht unbedingt Menschen die als dumm gelten. Lehrerin z.B.
Eigentlich Menschen bei denen ich einige Kenntnisse voraussetzte.
DafĂŒr kenne ich jĂŒngere Menschen die eine ganze Palette draufhaben, bei denen man es nicht vermutet.
Ich wĂŒrde die VorzĂŒge eines Navis auch nutzen. Es geht einfacher und bequemer.
Gut es gibt Menschen die verlassen sich voll auf die Technik. Aber muss sagen, das sind wir alle. Wer von uns wĂ€re ohne Computer noch ĂŒberlebensfĂ€hig.
Kein Strom, und wir sind aufgeschmissen. Die digitale Technik steckt in fast allem drin. Egal ob Heizung, Einkauf, Geld usw. Nichts geht mehr ohne digitale Technik.
Wir haben uns absolut davon abhÀngig gemacht.
Navi ist noch eines der harmlosen Sachen.
Wer beheizt sein Haus noch mit Kohle, wer baut seine Lebensmittel noch selber an, wer ist in der Lage sich selbst zu versorgen.
Ohne digitale Technik wĂŒrden wir zu Grunde gehen.

Da ich wie du weißt als Koch gearbeitet habe, so auch dadurch viele KĂŒchenhilfen kennen gelernt.
Sie waren oft um die 30 und Àlter und es war erschreckend, wie wenig sie noch unsere Lebensmittel kennen. Hausfrauen.
Auch Bekannte von mir, meines Alters, kennen nicht einmal die Grundkenntnisse des Kochens.
Sie sind voll auf die Industriell vorgefertigte Ware angewiesen. Auch Computertechnik.
Es ist nicht nur der Taschenrechner, das Handy und das Navi.
Wir hÀngen bis zum Hals in einer AbhÀngigkeit von der Technik und dass jeder von uns.

Du stehst morgen frĂŒh auf, kein Strom. Duschen ist nicht, kein Wasser, heizen auch nicht, Kaffee kannst vergessen, FrĂŒhstĂŒck noch mit dem was in KĂŒhlschrank ist, dann ist es vorbei.
Autofahren bis der Tank leer ist, Tanken ist nicht, kein Strom keine Pumpen.
SupermÀrkte nur noch was da ist, Logistik und Transport zusammengebrochen.
Geld ist nicht, keine Bank kommt an die Daten.
Ein Leben ohne Nahrungsmittel, Wasser, Geld usw.
Wir leben auch in einer Scheinwelt, der trĂŒgerische Schein der Sicherheit.

Gruß ramalon

Benutzeravatar
mona seifried
Alter: 63
BeitrÀge: 904
Dabei seit: 2010
Kontaktdaten:

Beitrag von mona seifried » 11.09.2017, 18:55

Hallo Ramalon,

das Thema wurde bereits letztes Jahr von "Focus online" aufgegriffen.

Trotzdem denke ich, dass sich nicht gerade wenige darĂŒber schon Gedanken gemacht haben.
ramalon hat geschrieben: ↑
10.09.2017, 19:44

Und es sind nicht unbedingt Menschen die als dumm gelten. Lehrerin z.B.
Das habe ich auch schon festgestellt, sogar bei Frauen, die jĂŒnger sind als ich.
Konnten in den 90er Jahren ihren Aussagen nach keinen VHS Recorder programmieren. Das musste der Mann machen.
ramalon hat geschrieben: ↑
10.09.2017, 19:44

Kein Strom, und wir sind aufgeschmissen.
Ja, stimmt, besonders was die Welt da draußen betrifft.
ramalon hat geschrieben: ↑
10.09.2017, 19:44
Wer beheizt sein Haus noch mit Kohle,
Wer ein Haus sein eigen nennt, ist doch fein raus, wenn er einen Kohleofen als Ersatz besitzt. Wenn der Wald in der NĂ€he wĂ€re, könnte er sich zu Fuß aufmachen, um dort Holz zu sammeln.
HĂ€tte der GlĂŒckliche dann noch eine Wasserpumpe im Garten, ware er fein raus.

Ansonsten sĂ€he ich schwarz, wenn es finster wĂŒrde ohne Strom.

Mona
:smil94 Gott ist die gewaltige universelle Kraft der Liebe.

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 12.09.2017, 18:05

Hallo Mona,

die Menschheit wird bequem. Ist normal.
Auch Biba hat glaube ich keine Ahnung auf was er sich da einlÀsst.
Sieht immer so romantisch aus, Kohleofen usw.
Nur es ist viel Dreck und Arbeit.

Es ist ja nicht damit getan, dass man Holz irgendwo holt, es muss auch trocknen, einige Jahre, je nach Beschaffenheit. Man muss da schon einige Zeit im Voraus planen.
Alle RĂ€ume kalt, bis auf die KĂŒche, Waschtopf, Einkochen, Saften und vieles mehr.
LĂ€uft alles ĂŒber alternative Energien.
Garten bedeutet Muskelkraft, Verzicht auf Freizeit und vieles mehr.
Und nicht das man ernten kann. Kommen dann die diversen Krankheiten und SchÀdlinge im Garten vor. Kartoffeln verfaulen, Unwetter, Missernte, Frost usw.

Kann aus meiner Kindheit berichten:
Vater ging zur Arbeit, aber es langte nicht zum Leben mit 6 Personen.
Großvater war auch noch mit im Haus, sowie die eine Familie mit 4 Personen.
So waren wir 10 Personen auf 80qm.
Die KĂŒche wurde geheizt, weil dort gekocht wurde. Es war der einzige Raum im Haus, der das ganze Jahr beheizt war. Das Wohnzimmer nur am Samstagabend fĂŒr 2 Stunden.
Kanalisation gab es nicht. Also eine Grube am Haus. HĂŒhner im Garten.
KĂŒhlschrank und Gefriertruhe gab es nicht. Alles was man zu leben fĂŒr den Winter brauchte wurde eingekocht oder eingelegt. Bohnen und Sauerkraut aus dem Steinfass.
Cola und Co. Waren Fremdworte. Es gab Saft mit Wasser gemischt. Alles was sich nicht zum Lagern eignete wurde zu SĂ€ften verarbeitet.
Das Essen bestand zu 50 Prozent aus Kartoffeln, die gab es in manchen Jahren reichlich.
Fleisch war eine Mangelware.
Gewaschen wurde im Waschtopf. Das Ding fasste etliche Eimer Wasser und wurde mit Holz beheizt.
Dort wurde dann die Wasche gekocht. Dann in kaltes Wasser getan, dort ausgespĂŒlt. Mehrmals.
Dann per Hand durch eine Mangel gedreht.
Zum Trocknen kann sie dann in den Garten an die WĂ€scheleine und im Winter waren Leinen durch die KĂŒche gespannt, an dem die WĂ€sche hing.

Der Garten wurde per Hand gegraben und eine dauerte 2 Wochen bis es fertig war.
GedĂŒngt wurde mit den Resten aus der KlĂ€rgrube von der Toilette.
Es wurden auf einem Acker mehrmals etwas gepflanzt. Nach den Kartoffeln noch die Bohnen, und GrĂŒnkohl usw.

Holz musste beschafft, gesĂ€gt und gehackt werden. Mutter saß Abend und hatte fĂŒr die Kinder gestrickt, von alten Pullovern wieder das Garn aufgewickelt und wiederverwendet.
Bekleidung ging durch die Generationen, wie auch die Möbel.
Hosen die wirklich nicht mehr zu gebrauchen waren, wie Arbeitshosen von meinem Vater, wurden die brauchbaren Teile herausgeschnitten und Hosen fĂŒr die Kinder von genĂ€ht. Und wenn es kurze Hosen fĂŒr den Sommer waren.

Meine Eltern hatten einen Arbeitstag der um 5 Uhr morgens begann und um 10 Uhr abends endete.
Aber nur wenn alles geregelt lief. Keiner durfte krank sein. 7 Tage Woche.

Aber zumindest haben wir so gut wie selbst versorgt gelebt.
Nur wer will das heute noch.
16 Stunden Tag, 7 Tage Woche, keinen Urlaub und auf vieles Verzichten.

Gruß ramalon

Benutzeravatar
mona seifried
Alter: 63
BeitrÀge: 904
Dabei seit: 2010
Kontaktdaten:

Beitrag von mona seifried » 12.09.2017, 18:44

Hallo Ramalon,

das was du schriebst kenne ich nur zu genau.

Wir sind halt die 50er Generation.

Es war eine arme Zeit fĂŒr einfache Leute. Meine Eltern und Großeltern waren ohne alles aus dem Sudetenland gekommen und mußten mit nichts anfangen. Mit 8 Jahren bin ich mit meiner Oma und einem kleinen Leiterwagen in den Wald aufgebrochen um trockenes Holz zu sammeln.
Es deckt sich fast alles mit deinen Schilderungen.
Trotz allem war es die schönste Zeit in meinem Leben. Ich fĂŒhlte mich damals sehr geborgen, auch ohne Heizung. FĂŒr uns Kinder kam eine WĂ€rmeflasche ins Bett, weil im Schlafzimmer die Eisblumen blĂŒhten am Fenster.
Mit 14 jobte ich schon zweimal die Woche nach der Schule in einer Metzgerei um etwas Wurst geschenkt zu bekommen und ein kleines mageres Taschengeld. War harte Arbeit, wĂŒrde heute kein Lehrling mehr machen.

Biba hat diese immer noch Nachkriegszeit nicht so erlebt wie wir. Als er seine Lehrzeit als Landwirt begann, war schon alles elektrisch. Ich denke nicht, dass er meinte so zu leben wie wir damals. Zwar naturgemÀss leben, aber nicht ohne Technik.

Liebe GrĂŒsse
Mona
Zuletzt geÀndert von mona seifried am 12.09.2017, 19:33, insgesamt 1-mal geÀndert.
:smil94 Gott ist die gewaltige universelle Kraft der Liebe.

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 12.09.2017, 19:14

Hallo Mona,

es dreht sich dabei auch um ein Scheinwelt. UnabhÀngig ist man erst, wenn man sich selbst versorgen kann. Ohne Strom, was ist dann?
Also immer noch eine AbhÀngigkeit mit der Illusion der UnabhÀngigkeit.
Wie du schon sagtest, aus der Kindheit. Die AbhÀngigkeit von allem war doch recht gering.
Es war damals auch mehr Gemeinschaft, eben zweckbedingt.
Lebensmittel wurden untereinander getauscht usw.
Kein Telefon und wenn man Hilfe brauchte, dann ab zum Nachbarn.
So war meine damalige Nachbarin auch meine Hebamme. Unfreiwillig, aber sie wurde es.
Auch viel altes Wissen in Umgang mit alternativen Heilmethoden ist verloren gegangen.
Die netten alten Hausmittel.
So wurde auch Holunderbeeren ein Saft gemacht, und der kam heiß bei Grippalen Infekten auf den Tisch. Aber nur dann.
Auch Lebensmittel wurden absolut verwertet. Es kam nichts in den MĂŒll oder auf dem Kompost.
Als Kind mag es dir schön vorgekommen sein, nur heute mĂŒsstest du die Arbeit erledigen.

Ich kann mich noch ganz etwas am meine Urgroßtante mit ihrem Mann erinnern.
Da muss ich so 2 Jahre alt gewesen sein. Sie hatten immer bescheiden gelebt, 5 Kinder großgemacht und lebten in einer 2 Zimmer Wohnung.
Nur eines vergesse ich nie, wie sie sagte und ihren Mann dabei liebevoll in den Arm nahm:“Fidi, wir bei hatten eine schöne Zeit miteinander.“ Damals waren beide um die 80 Jahre und glĂŒcklich miteinander, trotz all den Entbehrungen.
Das war auch da letzte Mal das ich Beide gesehen hatte.

Keiner war auf der Suche nach Erleuchtung oder sonst etwas.
WĂŒrde sagen, das Beide geerdet waren. Verbunden mit allem.

Gruß ramalon

Benutzeravatar
mona seifried
Alter: 63
BeitrÀge: 904
Dabei seit: 2010
Kontaktdaten:

Beitrag von mona seifried » 12.09.2017, 19:44

Hallo Ramalon,
ramalon hat geschrieben: ↑
12.09.2017, 19:14

, wie sie sagte und ihren Mann dabei liebevoll in den Arm nahm:“Fidi, wir bei hatten eine schöne Zeit miteinander.“ Damals waren beide um die 80 Jahre und glĂŒcklich miteinander, trotz all den Entbehrungen.
Warum sollten sie woanders nach Erleuchtung suchen? Sie waren es schon, sie waren fÀhig sich ihre Liebe bis ins Alter zu bewahren. In guten und in schlechten Zeiten zusammen zu halten, an den anderen zu glauben.

Warum wird denn Erleuchtung im Himmel gesucht, im rein geistigen, wenn nicht einmal die Erdung klappt?

Liebe GrĂŒsse

Mona
:smil94 Gott ist die gewaltige universelle Kraft der Liebe.

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 13.09.2017, 07:10

Hallo Biba,

Dann ist dir ja bewusst auf was du dich da einlÀsst.
Das Problem in unserer Zeit ist, dass man Geld braucht.
Ohne dem geht es nicht. Das Finanzamt lÀsst sich nicht mit ein paar Zentnern Kartoffeln abspeisen.
Pacht usw. muss man auch berappen.
Autark leben in unserer Gesellschaft ist eine Illusion.
Man kann sich aber zum Teil selbst versorgen. Nur wollte auch fĂŒr die Anderen aufzeigen das es mit sehr viel Arbeit verbunden ist, und mit Kosten.
Hatte mal Bekannte, die hatten auch solch eine Illusion.
Hatten sich einige zusammengefunden.
Das was denen das Genick gebrochen hatte, waren die anfallenden Kosten.
Sie hatten nicht einmal die Pacht erwirtschaftet. Geschweige alles andere an Kosten.
NatĂŒrlich auch Ölheizung, die mit 8000 Euro im Jahr zu Buche schlug.
Das Problem bei den Resthöfen ist, dass sie teilweise modernisiert wurden.
Der RĂŒckbau geht ins Geld.
Allein eine Schwerkraftheizung, also reine Physik, ist eine Sonderanfertigung.
Große Heizkörper mit dicken Rohren.
Dann kommen noch die Auflagen bei den Heizungen. Mit den heutigen Brennwertheizungen und den Auflagen denke ich, kaum noch umsetzbar.

WĂŒrde ein RĂŒckbau auf etwa 500.00 Euro beziffern.
UmweltvertrÀglich, isoliert usw.
Mit Geld kann man vieles machen, nur man muss es erst einmal haben.

Man muss heute einen Konsens zwischen dem Modernen und zurĂŒck zur Natur finden.
Also befindet man sich immer irgendwo in einer AbhÀngigkeit.

Gruß ramalon

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 13.09.2017, 10:13

Hallo Biba,

warum solltest du es nicht schaffen.
Wer sein Ding machen will schafft es auch.
Wie viele Leute haben mich fĂŒr bescheuert erklĂ€rt, und das schaffst du nie.
Ich habe mein Ding gemacht und durchgezogen. Es hat geklappt.
Nur das es nicht leicht wurde, war mir von vorherein klar.
Nicht leicht, heißt aber nicht unmöglich.
Liegt auch an einem selber, was man bereit ich dafĂŒr zu tun.
Nicht bei den ersten Schwierigkeiten das Handtuch werfen.
Ich habe mich oft durchs Leben durchgebissen, und meine Ziele erreicht.
Und warum sollte es dir nicht möglich sein, das zu verwirklichen, was du fĂŒr richtig hĂ€ltst.

Kommt mir das Zeug aus der Esoterik wieder in den Kopf.
Mit den WĂŒnschen und der Energie.
Wenn man viel Energie in einen Wunsch steckt, so geht es in ErfĂŒllung.
Auch ein 16 oder 20 Stunden Arbeitstag ist Energie.
Nichts ist unmöglich, kommt nur darauf an wieviel Energie man bereit ist, dafĂŒr zu geben.

War jetzt nur am Rande bemerkt.

Und ein Kopf voll Wissen und einige Illusionen, sind besser, wie nur Illusionen.
Du weißt auf was du dich da einlĂ€sst und das ist schon die halbe Miete.

Wieder etwas aus dem Leben.
Einige Menschen die kenne, meinten ein Restaurant aufmachen zu mĂŒssen.
Waren absolut nicht vom Fach, aber voller Illusionen.
Von Finanzen und BuchfĂŒhrung keinen Plan, keine Ahnung von Kalkulation usw.
Und so wie es kommen musste, es wurde immer ein Schuss in den Ofen.

Du kommst vom Fach und das ist schon ein guter Start, und wenn Du es fĂŒr richtig hĂ€ltst, dann ist es richtig.
Ich habe es auch nichts anders gemacht. Mein Ding durchgezogen.

Gruß ramalon

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 14.09.2017, 06:20

Hallo Biba,

Gastronomie ist ein Thema fĂŒr sich.
Das Problem heute ist, das die wenigsten kochen können.
Mit TK Ware kann man keinen hinter den Ofen hervorlocken.
Wie du weißt, war ich 37 Jahre als Koch in ein und demselben Laden tĂ€tig.
So schön wie es im TV aussieht, aber der Tag fÀngt mit Vorbereitungen an.
Wir haben so gut wie alles selber gemacht.
Kommt dann auch noch auf die Produkte an, die man verwendet.
Ich lebe auch in einer Kleinstadt, nur mit hatten GĂ€ste aus einem Umkreis von 100 Kilometer.
Es macht der Ruf und das Essen, was die GĂ€ste bringt.
Es ist ein KnĂŒppeljob den man bestimmte Zeit machen kann.
Auch KreativitÀt gehört zur Gastronomie.
Als ich in dem Laden anfing war kaum etwas los. Die Gerichte waren gĂŒnstig, die QualitĂ€t mĂ€ĂŸig.
Da das Restaurant am Hafen lag, bot sich eine Fischkarte an. Hatte 6 Monate gedauert, bis der Inhaber sich ĂŒberzeugen ließ.
Die Fischkarte wurde gut angenommen.
Dank Computertechnik hatte ich dann angefangen die Speisekarten zu schreiben.
So legten wir zur Stammkarte immer eine Sonderkarte mit neuen Variationen.
Dinge die gut angenommen wurden, kamen in die Stammkarte und LadenhĂŒter raus.
Mit den Jahren Ànderte sich die Stammkarte grundlegend.
Sie passte sich immer dem Geschmack und den Essverhalten der Kundschaft an.
Das was du meinst mit immer weniger Geld zu VerfĂŒgung sehe ich nicht so.
Die Anfangskarte war eine Billigkarte und mit den Jahren stieg die QualitÀt der Produkte und auch die Preise. Zuletzt wurden fast nur noch hochwertige und hochpreise Speisen verkauft.

Auch in der Gastronomie gehört Mut zur VerÀnderung.
So hatte ich damals meinem Arbeitgeber vorgeschlagen, Fisch mit Spargel auf die Karte zu setzen.
Er hatte sich dagegen gewĂ€hrt. An einem Wochenende hatte er zu viel Spargel eingekauft und war schon in Panik. Er ließ sich dann von mir ĂŒberzeugen, und so kam Fisch mit Spargel auf die Karte.
Der Fisch war ein Rotzungenfilet und nennt sich Limande.
An dem Tag verkauften wir 60 Prozent allen Essens die Limande.
Seitdem war das Gericht ein Renner wÀhrend der Spargelzeit.

Will damit sagen, wenn man einen eigenen Stil in der Gastronomie hat, den Markt beobachtet, sich vor Arbeit nicht scheut, und kreativ ist, kann noch sein Geld verdienen.
Uns haben auch versucht viele zu kopieren. Versucht aber nie erreicht.
Das sind dann die LĂ€den die baden gegangen sind.
Die Leute sind bereit Geld fĂŒrs essen auszugeben, aber es muss gut sein.
Heute bin ich auch vom Essen gehen ab. Liegt aber nicht daran, dass ich sparen muss, sondern an dem Zeug, das man mir dort zumutet.
TiefkĂŒhlware liefert Bofrost nach Hause, und das wesentlich billiger. Deswegen muss ich nicht essen gehen.
Ich finde es Frechheit, wenn ich irgendwo essen gehe, und die Suppe kommt von Knorr oder Maggi.
Mit den Soßen ist es auch nicht andres und das Essen wird im Konvektomaten heiß gemacht.
TiefkĂŒhlware. Die KrĂ€uterbutter von MĂ€ggle, die Salate aus dem Glas.
Das hat fĂŒr mich nichts mehr mit kochen zu tun.

Hat nichts mit der Vereinsamung gemein. Der Laden in dem ich gearbeitet hatte ist jetzt gut 3 Jahre geschlossen, aber aus AltersgrĂŒnden. Inhaber sind in Rente gegangen.
In den letzten Monaten des Jahres hatten wir 4000 GĂ€ste pro Monat.
Feiertage waren wir 2 Jahre im Voraus ausgebucht.

Gut wir hatten uns eben den Zeiten und dem Markt angepasst, waren flexibel und kreativ.

In den 40 Jahren hatten wir etliche UmschĂŒler als Koch und die haben ein Praktikum in der KĂŒche durchlaufen. Keiner von denen hat je in der Gastronomie gearbeitet.
KĂŒchenhilfen hatten wir etwa 200 in den 40 Jahren.
Die wenigsten haben den Stress lange mitgemacht.
Auch Gastronomie ist wie Landwirt ein Job ohne geregelte Arbeitszeiten.
Es gibt keinen Sonn- oder Feiertag, kein Wochenende. Urlaubszeit, Ferien sind Zeiten in dem das GeschÀft brummt.

In der Gastronomie wird gearbeitet, wenn andere frei haben, denn dann lÀsst sich das Geld verdienen.

Gruß ramalon

ramalon
Alter: 61
BeitrÀge: 1968
Dabei seit: 2008

Beitrag von ramalon » 15.09.2017, 06:59

Hallo,

nichts gegen Geld. Dieser Tauschhandel geht nur in Bezug auf GrundbedĂŒrfnisse und Eigenproduktion.
Wenn man ein Fahrzeug braucht, oder etwas Aufwendigeres, dann ist es unbequem mit 20 Tonnen Kartoffeln durch die Gegend zu schleppen, und jemand suchen der diese braucht.
Einfacher ist der Gegenwert als Geld. Auch kann man dann dafĂŒr kaufen, was man benötigt.
Geld ist flexibler.
Der Grundgedanke des Geldes ist schon OK.
Aber wie immer, neigen viele Menschen dazu, es zu manipulieren.
Habgier ist die treibende Kraft.

In Bezug auf Arbeit. Man sollte davon ausgehen, dass ein Kunde hart fĂŒr sein Geld gearbeitet hat.
So bekommt er von mir als Gegenwert das Gleiche.
Ich gebe mein Bestes.
Mache ich es nicht, habe ich ihn beschissen.

Gruß ramalon

Antworten