neue Lebenseinsichten

Dieses Unterforum ist für alles was mit Vegetarischem und veganem zu tun hat.
2357

Beitrag von 2357 » 08.09.2009, 22:32

Durch sehr mühsames Erinnern an meine Kindheit, kam ich zu dem Tag, als die Doku über die Arbeit am Schlachthof lief und weiß, dass ich erst 11 Jahre alt war, an diesem Tag, an dem ich den Fleischkonsum für immer einstellte. Diese drastische Umstellung meiner Ernährung war nicht wirklich drastisch, da ich Fleisch, Wurst und Fisch einfach wegließ.

Als Vegetarier ist man nicht wirklich auf die teuren Reformhausprodukte angewiesen und auf die Fleischimitate kann man sowieso getrost verzichten. Ich ersetze Fleisch durch Hülsenfrüchte (die bei mir nicht blähend wirken), Pilzen und Milchprodukte in Maßen. 1 1/2 Jahre etwa habe ich auch vegan gelebt, aß jedoch immer mehr Nüsse, um satt zu werden, da mir zuviel Getreide Beschwerden verursachte, was zur Folge hatte, dass ich zunahm. Heute ernähre ich mich zwischen vegetarisch und vegan und aus dem Reformhaus kaufe ich gar nichts. Statt zum Biobauern gehe ich in meinen Garten.

Nur Mut und danke für dieses Thema!

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Wildrose
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Beitrag von Wildrose » 11.05.2010, 20:29

Ich hole jetzt einfach mal diesen doch schon leicht angestaubten Thread nach oben.
Denn, wie ich finde, ist er viel zu wertvoll um in Vergessenheit zu geraten.

Eure bisherigen Beiträge haben mich dezent daran erinnert (*räusper*), dass ich mir endlich mehr Gedanken über meine Ernährung machen sollte. Und dafür möchte ich mich herzlich bei Euch bedanken ;)

Auch habt Ihr mir durch Eure Berichte vermittelt, dass man als aller wichtigste Maßnahme unbedingt auf sein Bauchgefühl achten und hören sollte. Sonst bringt alles nichts.

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Licksa
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Beitrag von Licksa » 05.08.2010, 15:01

Halli hallo an alle noch Interessierten,

ich habe ein Jahr lang komplett vegan gelebt, da gings mir super und es fehlte an nichts, mein Hb-Wert war knapp über Durchschnitt.
Nach der Trennung von meinem damaligen, auch veganen Freund, hab ich (dummerweise) alles über den Haufen geworfen. Hab auch wieder Fleisch gegessen. Es ging mit wesentlich schlechter (zumindest von meiner jetzigen Sicht aus betrachtet) und es haben sich verschiedene kleine Parasiten eingeschlichen von denen man ironischerweise sagt, Vegetarier wären dafür anfälliger :???:

Nun, nach knappen eineinhalb Jahren "normal" essen, hab ich einen neuen Einstieg für mich gefunden, aber sogar eher in die Rohkost Richtung. Ich habe bis jetzt längstens 2 Wochen am Stück ausschließlich Rohkost gegessen, weil ich mich zu nix mehr zwingen möchte, da ich festgestellt habe, dass wenn ich mich zwinge und es nicht schaffe, ich mich damit bestrafe, dass ich es gleich ganz lasse.. (ich weiß, das hat sicher üble psychologische Hintergründe :roll: )
Na auf jeden Fall, was ich sagen wollte, ich hab mit veganer Rohkost (Bio, so gut es geht) bis jetzt total gute Erfahrungen gemacht! Wenn ich zu einem Großteil roh esse, gehts mir einfach nur gut (natürlich muss man sich etwas informieren, und wissen, was der eigene Körper wann mag, sonst kanns auch zu Verdauungsproblemen kommen...vorerst) Ich hab viel mehr Energie und bin fast son bisschen high teilweise, also einfach in einer unglaublich guten, lichten Stimmung, ohne dass es dafür einen speziellen Anlass gäbe.
Ist auf jeden Fall für jeden Interessierten einen Versuch wert find ich!
Ich denk ich werd dabei bleiben, ohne mich zu was zwingen zu wollen ;-)

Greets Licksa
Es gibt weder die Schöpfung noch Zerstörung, weder Schicksal noch freien Willen, weder einen Weg noch ein Ankommen. (Ramana Maharshi)

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Licksa
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Beitrag von Licksa » 11.09.2010, 12:02

gwen hat geschrieben: ich glaube schlichtweg nicht daran, dass vegan leben gesund ist, genauso wenig wie ich dem marathonläufer glaube, dass ihm das laufen guttut. das ist glatter selbstbetrug.
Hi gwen,

ich muss ehrlich zugeben, dass ich auch lange gezweifelt habe an der veganen Ernährung und ich möchte auch gleich vorweg sagen, dass ich es zur Zeit selber nicht so strikt nehme, mit der Ernährung.. wenn ich Bock auf Fleisch oder Milchprodukt hab, dann ess ich halt was davon.
Aber im Prinzip bin ich sehr wohl überzeugt, dass es für unseren Körper das allerbeste wäre sich "natürlich" zu ernähren, und zwar nicht vegan, sondern von Rohkost, da viele Veganer ja auch nur an Mangelerscheinungen leiden, weil die Nahrung im gekochten Zustand nicht mehr alle für den Körper wichtigen Bestandteile besitzt (es ist ja wohl bekannt, dass sowohl Eiweiß, als auch sämtliche Enzyme und Vitamine ab einer gewissen Gradzahl einfach kaputt gehn).
Ich habe just ein Buch gelesen, dass mich restlos überzeugt hat. "Natürlich leben und genießen - Ursprüngliche Ernährung für eine neue Zeit" von Bernd Bieder. Es geht weniger darum, auf etwas zu verzichten, als darum den körpereigenen Instinkten zu folgen. Und wenn der Körper Fleisch verlangt, dann soll er es haben.. allerdings im Rohzustand (ich weiß, das kann ich mir auch noch nicht so ganz vorstellen :???: ) höchstens getrocknet. Bernd Bieder spricht davon, dass der Körper ganz genau weiß, was er braucht, dass er aber von Gekochtem, chemisch oder physikalisch Verändertem und schlichtweg falschem Essen so überlastet ist, dass er nicht mehr ausmachen kann, was eigentlich das Beste für ihn wäre. Bernd Bieder lebt seit Anfang der 90er Jahre von instinktiver Rohkost, d.h. Obst jeglicher Art, auch getrocknet (vorallem auch unverfälschte nicht umgezüchtete, eben ursprüngliche tropische Früchte), Gemüse, Nüsse, Keimsaaten und auch Fleisch (wenn der Körper, sprich der Geruchsinn, danach verlangen sollte, was aber anscheinend nicht allzu oft passiert) und ihm fehlt es an nichts (was auch regelmäßige ausführliche Blutuntersuchungen belegen).
Außer ihm gibt es auch andere jahrelange Rohköstler, die von einer völlig ungeahnten geistigen Klarheit sprechen und von viel höherer körperlicher Leistungsfähigkeit.

Ich meine wenn wir logisch darüber nachdenken, dann ist es doch ehrlich pervers, dass wir uns von der Muttermilch anderer Arten ernähren. Welcher, uns artverwandter Affe, käme zum Beispiel auf die Idee, Kuhmilch zu sich zu nehmen?

Ich sehe den einzigen Haken an dieser Sache in unserer heutigen Gesellschaft. Es ist einfach verdammt schwer, gesellschaftsfähig zu bleiben, wenn man sich nur noch von instinktiver, ursprünglicher Nahrung ernähren möchte. Aber meiner Meinung nach wäre es das richtige für uns.

So, ähm, ja.. ich wollte hier jetzt niemandem auf den Schlips treten und auch nicht ketzerisch klingen, außerdem liegt es mir fern, irgendjemanden bekehren zu wollen (ich kriegs ja nicht mal bei mir selber hin :roll: ), aber ich musste jetzt einfach mal leidenschaftlich werden und der Rohkost ihren Tribut zollen :notworthy:
Verzeiht ;)

Liebe Grüße, Licksa
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