Das Loveparade-Drama und die Folgen

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Schwester
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Beitrag von Schwester » 29.07.2010, 07:50

Das hast Du super formuliert fly. Genau die richtige Sichtweise finde ich. :ee:
Halte einen Moment an, schau Dich um, dieser Moment wird so nie wieder kommen. Jeder Moment ist es wert, festgehalten zu werden.

Lichtfledermaus

Beitrag von Lichtfledermaus » 30.07.2010, 07:46

Will mich mal nur wieder kurz melden. Das meiste zu den Thema ist eh gesagt.
Ich selbst mochte solche Veranstaltungen nie, auch nicht als Jungendliche, habe Menschenmassen immer gemieden.
Und eines darf man auch nicht vergessen, wenn Menschen in Panik geraten sind sie auch nicht anders als beispielsweise eine Herde Gnus die Panik bekommen.
Der Sohn von meinen Mann hat die Loveparade mitbekommen, allerdins nicht als Teilnehmer, denn er ist Rettungsssanitär in Duisburg bei der Johnaniter Unfallhilfe.
Er wird ohnehin immer zu GroĂźveranstalungen gerufen weil jede ein Risiko darstellt.

Er war nicht direkt in Behandelnden Einsatz, sondern war zur Lenkung der einsatztruppen beordert wurden. Was ihn anfangs geärgert hat, er aber in Nachhinein als Richtig emfand, weil "halb NRW auf den Beinen war" also die Rettungskräfte meinte er. Sogar von Köln waren welche gekommen. Nur kennen diese sich in Duisburg nicht aus. So mußten die Duisburger Einsatzkräfte diese leiten. Sonst wäre es zu noch mehr Chaos gekommen.
Bjørn war allerdings gerade der Schlimmsten Stelle unterteilt wurden. Also an Tunnel.
Er erzählte das wirklich alles auf den Beinen war, sogar einen Noteinsatzwagen der Tierrettung hätten sie gesehen. Später kam heraus, dass irgend jemand tatsächlich seinen Hund mit zur Loveparade genommen hatte!
Ein Irrsinn! man nimmt zu keiner Großveranstalltung seinen Hund mit! erstmal ist es viel zu Laut, viel zu hecktisch und so ein Wesen wird wegen seiner geringen Größe doch als erstes Übersehen und überrannt! Ich denke sein Mensch wird wohl auch Schaden davon getragen haben, und wenn er überlebt hat was es ihn mit Sicherheit eine Lehre…
Wenn der Hund ĂĽberlebt hat, hat er sein Lebtag einen Schock.
Ich fasse es nicht!

Ich denke Alkohol tut auch noch sein Werk zu so einer Katarosphe und ich denke… diese "Musik" betäubt auch die Sinne. Wie dem auch sei. Ich fände es garnicht Schlimm, wenn man von solchen Veranstaltungen abstand nehmen täte.
Wobei man eben nicht vergessen darf, sowas kann einen auch auf einen "Kirmis" oder wie man bei uns sagt "Rummel" passieren. Menschenmassen in Panik sind eben genau wie eine in Panik geratene Tierherde, da gibt es keinen Unterschied.

Ich denke aber auch vieles liegt daran dass den Jugendlichen in den Familien keinen halt mehr geboten wird. Wenn die meinen nach der Schule können man ja nur "abhängen" und wohlmöglich noch gewalttätig werden ist das ein Mieses Zeichen. Man kann so viel Sinnvolles tun.
Die Kinder von meinen Mann sind eben bei den Johnannitern beigetretten. Dabei war ihre Kindheit auch nicht einfach…
Ist fĂĽr mich auch eine Ausrede. Es gibt so viel wo man sich arangireren kann!
Geboten werden muss es allerdings und leider sind Sportvereine nicht umsonst. Da muss man mehr tun. Oft fehlt aber auch der RĂĽckhalt der Familie.

Da kann ich allerdings Gwens Kritik an der Ganztagsschule wieder mal nicht nachvollziehen.
Ich war ja auch einer, und ich muss sagen ich hatte viel mehr Unterricht als später mein Neffe auf der gleichen Schule. Das war schon viel. Nur…
es muss nicht immer sein das beide Elternteile arbeiten, es kann auch andere Gründe haben das sowas zum Vorteil gereicht. Meine Eltern hätten mir bei meinen Hausaufgaben überhaupt nicht helfen können! dann gehe ich lieber länger in Unterricht als nachher wie Doofe vor den Hausaufgaben zu sitzten! Zudem waren meine Geschwister alle viel älter als ich und aus den Haus.
Also von meinen Geschwistern konnte ich wirklich keine Hilfe erwarten, oder zusammenhalt. Sie hatten alle selbst schon Kinder. Was auch zum Problem wurde. Denn so drehte sich bald alles nur noch um diese Kinder. Mit meinen Problemen konnte ich nicht kommen.
Dann hatte eine meiner Schewstern noch eine schlechte Ehe, was auch hieß dass meine Mutter oft da war und auch die Kinder aufpaste. Wenn ich nach Hause kam, trotz Nachmittagsunterricht, war öfters niemand da.
Die Schule bot mir halt den ich so nie bekommen hätte, Auserdem bot sich in der Zwischenzeit auch Kurse an. zb. Schauspielgruppe, Töpfern, Schreibmaschinenkurs usw. Es war also auch eine Freizeiteinrichtung.
Man war beschäftigt… und hing eben nicht auf der Straße rum.
Ich kann also in keinster weise sagen das Ganztagschulen ja so schrecklich wären…

Lichtfledermaus

Beitrag von Lichtfledermaus » 31.07.2010, 08:04

gwen hat geschrieben:lichtfledermaus, ich sehe das natĂĽrlich aus meiner warte und der meiner kinder.
ich finde halt, dass kinder ausreichend möglichkeit brauchen zu spielen und sich zu bewegen und deswegen mag ich keine ganztagesschule, denn dort bleiben genau diese dinge auf der strecke,
Bei uns war nach 16:00 Uhr die Schule aus. Da blieb noch genug Zeit für alles… sind unterwegs geewesen haben gespielt usw. war alles da. Und Samstags keine Schule - was es ja früher noch gab. Teilweise zumindest. Wobei ich sagen muss dass ich zu meiner Zeit viel mehr beschäftig gewesen bin als mein Neffe. Der viel weniger Unterricht hatte. Aber auch bei uns Steigerte sich es erst mit der Zeit. In der 5.Klasse nur an einen Tag, später 2. und so weiter. Dabei war ich noch mehr Beschäftigt durch Förderunterricht und Krankengymnastik. Aber Freizeit hatte ich sehr wohl, und gelesen habe ich auch…
Andere in meiner Klasse gingen Reiten, hatten Geigenunterricht oder waren in Schwimmverein.
Bei meinen Mann, der älter ist war es aber noch anders, er began die Lehre schon mit 14 Jahren und hat neben seiner Ausbildung noch Extrakurse gemacht, Schweißen usw. Nebenbei ging er Reiten, fuhr Wassershi, ist Motorrad gefahren und hatte auch eine weile ein Motorboot.
Also Freizeit bleibt, wenn man Kopromisse findet. Allerdings blieb eben keine Zeit um "Abzuhängen" man kam also garnicht auf blöde Gedanken.
Überfordern sollte man natürlich keinen… dass kann man aber auch bei einer "normalen" Schule. Wenn man von einen Verein zum nächsten geschickt wird und man will dass sein Kind überall das Beste ist. Dann nimmt es schon ausmaße an die Wahnsinn sind.

Das die Schule ein Teil der Erziehung übernimmt stimmt. In meiner Schule muss ich sagen war es auch nicht verkehrt, habe sehr viel gelernt und die hat mich auch geprägt.
Wenn die Eltern keine Zeit haben (muss wie gesagt nicht immer Arbeit sein) ist es auch besser so als wenn man nach der Schule vollkommen sich selbst ĂĽberlassen ist.
Meine Schule war voll Okay. Und ich denke sie war auch das Beste fĂĽr mich.


Ich denke in allgemeinen ist es bei Kindern und Jugendlichen nicht verkehrt wenn sie auch lernen, dass SIE es sind die fĂĽr ihr Leben verantwortung haben. NatĂĽrlich den Alter entsprechend.
Und ab und zu mal mit anpacken ist auch nicht verkehrt, da lernen sie nicht nur was sondern merken auch dass sie gebraucht werden und bekommen Anerkennung.
Was auch Prägt. Überfordern ist natürlich nicht gut, aber zu zeigen dass sie was können, dass sie aber auch für sich selbst Verantwortung tragen ist auch nicht verkehrt.
Alles in Massen versteht sich… ;)

Was heute abgeht… "past auf keine Kuhhaut!" wie man sagt. Was aber an fehlender Führung liegt.
ich habe mal in Kindergarten gearbeitet und war damit garnicht glĂĽcklich.
Wenn ich mit den Gebastelt habe: "wie kannst du denen den Zeigen wie du es machst, die merken ja dass du besser bist als sie und bekommen ihren Frust! oder sie basteln nur nach was du machst! keine eigende Kreativtät mehr!"
So ein Schwachsinn! warum soll ich ihnen nicht lernen was ich weiß? es ihnen nicht erklären?
Einen Frust bekommen sie höchstens wenn immer alles daneben geht weil es ihnen eben keiner Gezeigt hat! :geek:

Ein solches Unglück wie in Duisburg kann allerdings auch ältere Generationen treffen, denn ich Panik kommt es nicht auf das Alter an, in Panik reagieren nur sehr wenige Menschen mit bedacht.
Das darf man nicht vollkommen ĂĽbersehen.

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