Be-FREI-ung aus dem Rad der Wiedergeburt (Samsara)

martina1966
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Be-FREI-ung aus dem Rad der Wiedergeburt (Samsara)

Beitrag von martina1966 » 25.01.2011, 00:20

Die vier edlen Wahrheiten – nach dem Buddha

1. Es gibt Leid.
2. Leid hat eine Ursache.
3. Es gibt einen Weg aus dem Leid.
4. Der Weg aus dem Leid ist der achtfache Pfad.

Zu 1)
Geburt, Krankheit, Alter, Tod sind Leid; allgemein birgt Vergänglichkeit Leid in sich; und es gibt noch das Leiden am Leid, welches die extremste Art darstellt.
Zu 2)
Die wesentliche Ursache liegt darin begründet, dass wir die Natur unseres Geistes nicht erkennen: Wir empfinden uns von den anderen Wesen und von der Welt getrennt, halten die Eigenbewusstheit für ein „Ich“ und glauben, die Ereignisse geschehen MIT uns; alle Geschehnisse sowie alle Gedanken, Gefühle halten wir für real.
Zu 3)
Wir haben Möglichkeiten, um uns aus dem Rad der Wiedergeburten für immer zu befreien und unabhängig von Raum, Zeit und Materie zu existieren, absolute höchste, zeitlose Freude zu erleben: die Natur des Geistes voll und ganz erfassen – das Klare Licht, das wir sind, und die erwähnten Illusionen als solche entlarven.
Zu 4)
Zuflucht nehmen zu Buddha, zu seiner Lehre, zu einem Lama (Lehrer), zu den Freunden auf dem Weg. Echtes MitgefĂĽhl mit dem Leid der fĂĽhlenden Wesen ist der Einstieg und der aufrichtige Wunsch, zum Nutzen Aller Erleuchtung zu erlangen, ist der Antrieb.
Störgefühle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

Melanie1987
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Beitrag von Melanie1987 » 25.01.2011, 09:37

Vielen lieben Dank, allerliebste Martina :smile06:

MitgefĂĽhl sollte nie verwechselt werden mit *Mitleiden* .
Und immer sollten wir zu unterscheiden wissen, welche Gefühle zu uns gehören und welche nicht. Wir dürfen aufrichtig Mit-Fühlen, aber niemals Probleme und Ängste anderer Menschen uns aufbürden ..

Wer wahres MitgefĂĽhl entwickelt .. fĂĽr unsere Mitmenschen, unsere Umwelt, fĂĽr jedes Wesen dieser Welt - der ist wahrlich auf dem richtigem Weg ..

Wir sollten nie vergessen, dass es Menschen gibt, die befreit sind .. vom Rad der Wiedergeburt .. sich aber gegen den Einzug in's Paradies entscheiden, um bei uns zu weilen und uns den Weg zur Erleuchtung weisen, sogut es ihnen möglich ist, mit all den göttlichen Regeln - sich nicht einzumischen, sondern da zu sein und zu führen ..


Liebste GrĂĽsse

Melanie
In deinen Armen
wird mein Herz
zu einem sicheren Ort...

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 25.01.2011, 10:38

Ganz herzlichen Dank, liebe Melanie, fĂĽr Deinen sehr wertvollen Beitrag!
Ja, es sind nach meiner Überzeugung in der Tat zahlreiche Erleuchtete unter uns - eben als Mensch freiwillig inkarniert, um uns Allen weiterzuhelfen, z.B. mit Vorträgen, Büchern, Einweihungen usw.
Mit Deinen Worten, dass man sich nie die Probleme Anderer aufbürden sollte, meinst Du sicherlich, dass wir nicht Anderen ihre Verantwortung abnehmen sollten, da es IHRE Aufgabe ist, diese zu lösen. Du hast Du vollkommen Recht, und mitunter muss ich mich daran selbst wieder erinnern. Andererseits bietet der Buddhismus eine Tonglen-Praxis (Meditation des Mitgefühls) an, mit welcher man das Leid anderer Menschen zumindest sehr lindern kann. Diese Praxis wird ganz detailliert und liebevoll erklärt von Sogyal Rinpoche in seinem internationalen Bestseller: "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben". Sie wirkt (nur) dann, wenn der Meditierende das auch von ganzem Herzen wünscht.

Einen wunderschönen Tag :flower:

Liebste GrĂĽĂźe

Martina
Störgefühle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 26.01.2011, 19:43

Wir ALLE haben - dem Egoismus zum Trotz - ein UNENDLICH hohes Liebespotential in uns! Ich kann getrost sagen: wir sind Liebe PUR.
Egoismus basiert auf unseren körperlichen Bedürfnissen und wird genährt durch die Begrenztheit unserer Sinne. Daraus entstehen die Störgefühle wie Neid, Eifersucht, Hass, Gier, Furcht etc. Das Verständnis der Zusammenhänge macht es möglich, das Verständnis für unsere eigenen Störgefühle zu entwickeln, dass wir in der Lage sind, uns selbst GENAU SO ZU LIEBEN, WIE WIR SIND. Diese Selbstakzeptanz ist der einzige!! Weg, alle Anderen exakt so zu akzeptieren, wie sie sind, denn wir sind Alle TEIL VONEINANDER, durch die Matrix/morphogenetischen Felder miteinander verbunden und stehen energetisch (mehr oder weniger) in Wechselwirkung miteinander.
Durch diese Selbst(er)kenntnis transFORMiert sich jedes Störgefühl mühelos in reine Weisheit/Liebe...

Alles Gute fĂĽr Alle :smile06:

Martina
Störgefühle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

Melanie1987
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Beitrag von Melanie1987 » 27.01.2011, 16:36

Allerliebste Martina,

von Herzen lieben Dank fĂĽr Deinen wundervollen Beitrag ..

Ja .. und Du weisst Ja..
dass wir nie vergessen werden, was wir waren, sind und immer sein werden :
Die LIEBE in ihrer wahrhaftigsten und reinsten Form..

:smile06:

Einen wundervollen Abend fĂĽr Dich - und alle anderen Seelen hier ..

Melanie
In deinen Armen
wird mein Herz
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martina1966
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Beitrag von martina1966 » 27.01.2011, 22:33

Ja, wir wissen es KOGNITIV, unser Herz erfasst es erst mit wachsender Erfahrung, welche uns bekannterweise weiter reifen lässt, und die Meditationen unterstützen diesen Reifeprozess. Leider haben wir erst zum Zeitpunkt der Erleuchtung voll und ganz begriffen, wer wir in Wahrheit sind und dass alle Erlebnisse, alle Dinge nichts als Projektionen des Geistes sind!
Erleber, Erleben und Erlebnis sind eine Einheit.

Mit ganz lieben GrĂĽĂźen :smile13:

Martina
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martina1966
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Beitrag von martina1966 » 28.01.2011, 10:17

Lieber Horus,

danke für Deinen Beitrag. So wie Osho es beschreibt, würde ich es auch als Art Meditation deuten, einer ohne Worte. Brauchen tut man Meditation nicht unbedingt, doch sie hilft, auch nach meiner Erfahrung sehr dabei, erheblich schneller zu reifen und gibt uns viel Kraft fürs tägliche Leben. Darin liegt ihr Sinn. Die Mantras sind Energien mit extrem hohen Schwingungen; was das bedeutet, ist Dir ja bekannt.

Herzlicher GruĂź

Martina
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Weiter Himmel
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Beitrag von Weiter Himmel » 28.01.2011, 16:05

Hallo zusammen,

Ich versuche es mal mit meinen eigenen Worten (und natürlich nach meinem Verständnis) zu beschreiben ...

Es gibt Leid
Klassisch wird darunter Geburt, Altern, Krankheit und Tod verstanden. Martina hat es ja schon gesagt … .
Es liegt also in der Natur des Lebens selbst, dass nicht alles nur Glück & Freude ist. Dinge wie Schmerzen, Trennung und Verlust gehören zwingend dazu. Akzeptiert man dies, hat man bereits den ersten großen Schritt getan. Man macht sich selbst weniger Illusionen und fängt an, den Sinn des Lebens nicht in der schnellen Befriedigung von Wünschen und anhaltender guter Laune zu sehen :idea: .

Leid hat eine Ursache
Leid entsteht erst dann, wenn ich etwas als leidvoll bewerte. Meist geben wir anderen, die „Schuld“ daran, dass es uns schlecht geht – weil sie dieses oder jenes gesagt oder getan haben. Das ist jedoch nicht die Ursache. Die Handlung ist einfach nur eine Handlung. Die Situation eine Situation. Der eine mag sie gut finden, der andere nicht – aus welchen Gründen auch immer :smile01: .
Sobald man etwas nicht gut findet, beginnt meist das Leiden in Form von Zorn, Trauer, Furcht oder Frust.

Es gibt einen Weg aus dem Leid
Gelingt es die Bewertung, das Nicht-Gut-Finden, für sich zu ändern, dann verschwindet auch das Leid. Leid entsteht nicht aus sich selbst heraus, es entsteht erst dadurch, dass es jemand als Leid empfindet.
Natürlich ist diese Empfindung in manchen Situationen vollkommen „richtig“, jedoch sollte man das Leid auch wieder gehenlassen und sich nicht darüber definieren, sondern daran denken, dass das Leben eben ständigen Wandel bedeutet.
Besonders deutlich wird es bei Dingen, die man direkt auf die eigene Person bezieht. Sei es, weil man sich persönlich gedemütigt fühlt, oder weil eine geliebte Person ihren Abschied genommen hat. So könnte man sagen, je wichtiger man sich selber nimmt, je größer das Ego ist, je mehr leidet man auch. Je mehr man sich allerdings zurücknimmt und die falschen Vorstellungen über sich selbst erkennt und auflöst, je weniger leidet man und je mehr wird man fähig inneres Glück & Freude zu erfahren :sunny: .

Der Weg aus dem Leid ist der achtfache Pfad
Ăśbt man sich darin korrekt zu sich selbst und anderen zu sein, dann verschwinden langsam die falschen Vorstellungen, die man von sich selbst und vom Leben hat (z.B.ich bin der Nabel der Welt, alle mĂĽssen so handeln, wie ich es gut finde). Man wird automatisch klarer und ausgeglichener. Anstelle von Leid tritt mehr und mehr MitgefĂĽhl.
Nach dem Gesetz der Resonanz kommt man auch mehr und mehr mit Menschen in Verbindung die sich ebenfalls darin ĂĽben korrekt zu sich selbst und anderen zu sein, das eigene Leben wandelt sich und bekommt langsam einen Rahmen in dem man sich immer weniger mit Leid auseinandersetzen muss :yy: .

Ganz wie Martina sagte, beschleunigt und vertieft Meditation das Ganze ungemein.
Meditation gehört sogar ausdrücklich zum achtfachen Pfad (rechte Übung / rechte Vertiefung .. oder so).

Meditation wird im Buddhismus meist in dem Sinne verstanden, dass man seinen eigenen Geist zähmt, damit der Quälgeist im Kopf nicht immer ständig am Jammern, Planen, Kontrollieren, Zweifeln oder was auch immer ist. Ganz im Sinne von Osho also – nur, dass man vielleicht ein bisschen Gas gibt. Im Gras auf der Wiese liegend fällt es (mir zumindest) viel zu leicht meine Gedanken gemütlich schweifen zu lassen, sicher döse ich sogar ein ... . Auf dem Meditationskissen allerdings erinnere ich mich schnell wieder daran, dass ich das ja eben nicht wollte.

Bei Meditation zum Mitgefühl geht es vor allem erstmal darum, die eigene Fähigkeit für Mitgefühl und damit verbunden Akzeptanz und Vergebung zu entwickeln. Danach ist es nichts anders als Lichtarbeit, die Opfer und Täter gleichermaßen mit einbezieht.

*bow* / *verbeug* / *hapchang* / *gassho*

Weiter Himmel

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 28.01.2011, 17:08

Hi Weiter Himmel,

super, ja - so meinte ich das. Wir leiden zum Einen, weil wir (mehr oder weniger) egoistisch sind, da wir noch erkennen mĂĽssen: "Der Eigenausdruck, ..., wird als etwas Dingliches missverstanden; aufgrund von Unwissenheit wird Eigenbewusstheit als ein "Ich" verkannt; das Festhalten an dieser Zweiheit bewirkt das Umherirren in der Weite der bedingten Welt." (Zitat aus dem Mahamudra vom 3. Karmapa verfasst).
Ergänzend zu Leid allgemein, um es noch deutlicher vor Augen zu halten: aus der Sicht der Erleuchteten (Buddhas) ist selbst der wunderschönste Moment der Liebe nichts als Leid!

8facher Pfad: die rechte Rede, das rechte Streben, die rechte Achtsamkeit, die rechte Versenkung, die rechte Erkenntnis, das rechte Handeln, die rechte LebensfĂĽhrung und die rechte Achtsamkeit. http://www.theravada-buddhismus.at fĂĽr Alle, die mehr Interesse haben.

Herzlichst :yy:

Martina
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martina1966
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Beitrag von martina1966 » 28.01.2011, 21:35

Meditationen

Obwohl in diesem Forum bereits viel darüber geschrieben wurde, habe ich das Bedürfnis, die Ziele von Meditationen/Gebeten aufzuzählen.
Wir können meditieren,
- um den Geist zu beruhigen,
- um den Geist zu zähmen, zu schulen,
- um den Geist von Schleiern der falschen Sicht zu reinigen und Klarheit zu gewinnen,
- um Energie zu tanken, (dies tut man zwar bei jeder Meditation, doch wollte ich das trotzdem
einmal als gesonderten Punkt nennen).
- um Anderen heilende Energie für den Körper oder Geist zu geben.

Uns steht eine riesige Zahl von Mantras fĂĽr die unterschiedlichsten WĂĽnsche, BedĂĽrfnisse zur VerfĂĽgung. AuĂźer den Mantras, die allgemein im Alltag verwendet werden, haben wir ferner zahlreiche spezielle Mantras. In Ostasien ist ihre Wirkung seit Jahrtausenden bekannt!
Möchten wir z.B. ein bestimmtes Chakra öffnen, das blockiert ist, oder die Heilung einer Infektion unterstützen, oder unsere Mala (buddhistischer Rosenkranz) energetisch aufladen, gibt es dafür jeweils ein spezielles Mantra. Jede Silbe hat ihre ureigene Schwingung. Es ist ferner oft wichtig, oft häufig das jeweilige Mantra gesprochen wird, damit es genügend wirkt.
Die Mantras sind sehr wirkungsvoll, jedoch ist ihre Effektivität noch erheblich stärker, wenn wir von einem anerkannten Lama persönlich eine Einweihung/Kraftübertragung bekommen haben. Wer beruflich Andere mit Mantras heilen will, braucht dringend die Kraftübertragung.

Buchtipp: Bran O. Hodapp: „Heilen mit Mantras“, Schirner-Verlag
Der Autor ist anerkannter Schamane, buddhistischer Lama der Karma Kagyue-Linie (Diamantweg-Buddhismus) im Dachverband fĂĽr Geistiges Heilen in Lahr (Schwarzwald)

Herzlichst

Martina
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martina1966
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Beitrag von martina1966 » 30.01.2011, 20:29

Was ist Reinigung??

In unserem gewöhnlichen (nichterleuchteten) Bewusstsein sind noch etliche falsche Sichtweisen verankert, z.B. das Denken, es gäbe eine Dualität oder dass Erleber, das Erleben und Erlebtes gespalten sei, dass Gedanken, Gefühle real seien etc.
Allgemein sind wir Alle sehr gut darin geschult, im Kopf Grenzen zu ziehen, Einheiten gedanklich zu trennen und beinahe alles in Begriffe zu fassen. Gedanken und Gefühle entstehen, und im selben Moment, in dem sie entstehen, lösen sie sich schon wieder auf im UNENDLICHEN RAUM, der wir sind, UNABHÄNGIG von Zeit, Raum und Materie, welche lediglich eine Projektion des Geistes ist. :smile10:

Reinigung des Geistes bedeutet nicht Anderes, als den Geist von den verkehrten Denkmustern zu befreien.
"Die Grundlage der Reinigung ist der Geist... das zu Reinigende sind die Schleier der falschen Sicht, ..." (im Mahamudra)
Das können wir mit bestimmten Meditationen und durch Erfahrungen erreichen.
Ich möchte hier noch einmal betonen: es geht NICHT darum, ein "besserer" Mensch zu werden, sondern um KLARHEIT im Geist, was automatisch FREIHEIT bedeutet!

Mit ganz lieben GrĂĽĂźen

Martina
Störgefühle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

martina1966
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Beitrag von martina1966 » 31.01.2011, 15:52

An alle Buddhisten und buddhistisch Interessierten!

Ist das, was ich hier gepostet habe, auch nachvollziehbar? Wusstet Ihr das Meiste schon? Soll ich ein paar Beispiele aus dem Leben anfĂĽhren, damit das Ganze greifbarer wird? :?
Bin Euch fĂĽr schon ein kurzes Feedback sehr dankbar.

Liebe GrĂĽĂźe

Martina
Störgefühle sind nichts als der Schatten, den die Liebe wirft.

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